Wildschaden und Wildschadensverhütung

· Wildschaden und Vorverfahren
· Wildschadensschätzer
· Schätzrahmen


Wildschaden und Vorverfahren (N. Reich)


  1. Nach der ordnungsgemäßen Anmeldung eines Wildschadens hat die Gemeinde unverzüglich (möglichst innerhalb von 1-3 Tagen) einen Ortstermin mit allen Beteilgten durchzuführen. Hierbei ist in aller Regel der Wildschadensschätzer noch nicht dabei.

    Von einem solchen Ortstermin kann nicht abgesehen werden, selbst wenn die Beteiligten darauf verzichten. Es handelt sich hierbei um ein gesetzlich vorgeschriebenes Vorverfahren, auf das auch nicht teilweise verzichtet werden kann.

  2. Zu einer ordnungsgemäßen Anmeldung bei der Gemeinde gehört unter anderem auch die zwingende Angabe, wann der Schaden festgestellt wurde, AG Daun JE IX Nr. 110, AG Schwedt/OderJE IX Nr. 140. Das wird von vielen Gemeinden nicht beachtet.

  3. Gem. § 20 Ziffer 2 der Landesjagdgesetz Durchführungsverordnung setzt die Gemeinde die Kosten unter Berücksichtigung des Sach- und Streitwertes nach billigem Ermessen fest.

    Häufig wird wegen der Übernahme der Wildschadensersatzpflicht durch den Pächter die Kostenlast dem Jagdpächter auferlegt. Dies ist in der Regel keine ordnungsgemäße Ermessensentscheidung. Soweit keine Partei die Kosten bspw. durch verschuldete Abwesenheit bei den Ortsterminen verursacht hat, scheint es sachgerecht, die Kosten den Parteien jeweils zur Hälfte aufzuerlegen (AG Schlüchtern JE IX Nr. 131).

    Die Kostenentscheidung ist jedenfalls durch die Behörde im Vorbescheid zu begründen, damit gesehen werden kann, dass sie ein Ermessen und welches Ermessen sie ausgeübt hat.
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